Skip to the navigation Skip to the content
Der Unterricht > Deutsch

Lektüreempfehlungen für die Klassen 5-10

Liebe Eltern, liebe Schüler und Schülerinnen,

immer mal wieder werden wir Deutschlehrer/innen gefragt, ob wir nicht einen Tipp für ein gutes Buch wüssten. Wie wir alle wissen, ist Geschmack eine sehr subjektive Sache.

Dennoch versuchen wir auf dieser Seite denjenigen, die es wünschen, Ideen für die private Lektüre zu geben.

Sicherlich kann nicht jeder Roman und jede Geschichte, die weiter zu empfehlen wäre, hier Erwähnung finden. Deshalb findet ihr/finden Sie hier lediglich eine Auswahl, die sich nach folgenden Kriterien richtet:

a) deutschsprachige Autoren :

Warum soll man sich den Umweg über einen Übersetzer suchen, wenn auch deutschsprachige Autoren interessante Texte verfassen?

b) Gewaltfreiheit:

Sicherlich ist Gewaltfreiheit in Texten nicht immer möglich. Man sollte sie auch nicht tabuisieren. Und es bleibt dann immer noch die Frage, wann eigentlich Gewalt beginnt. Deshalb verbirgt sich hinter dem Schlagwort „Gewaltfreiheit“ in unserem Fall vielmehr der Aspekt, dass Gewalt nicht verherrlichend dargestellt wird. Gewalt – schon in der geringsten Form- ist nicht cool, sie ist verletzend, brutal und zerstörerisch. In diesem Spektrum wird sie auch in den vorgestellten Texten thematisiert.

c) Vielfältigkeit

Diese Auswahl stellt den Versuch dar, unterschiedliche Genres (Fantasy, Gesellschaftskritik, historischer Roman etc.) zu erfassen. Auch hier sollte klar sein, dass diese Vielfalt nicht erschöpfend sein kann.

Und noch zwei Hinweise zu guter Letzt:

Zwar sind die vorgestellten Texte nach Jahrgangsstufen sortiert. Eine eindeutige Kategorisierung ist natürlich aber nicht immer möglich. So können Jugendbücher für die 7. oder 8. Klasse u. U. schon in der 6 gelesen werden und die Texte, die sich in den Abschnitten für die Klassen 5-8 finden, könnten möglicherweise auch noch für 9. und 10.klässler spannend sein.

Die Jahreszahlen beziehen sich auf die Erstveröffentlichungen und sollen lediglich als Orientierung dienen. Es ist davon auszugehen, dass bei älteren Texten mittlerweile neuere Auflagen vorliegen.

Auch die Verlags- und Preisangaben dienen alleine der Orientierung. Es ist nicht auszuschließen, dass auch andere Verlage andere Ausgaben zu anderen Preisen anbieten.

Viel Spaß beim Stöbern und Lust bekommen auf die eine oder andere Geschichte!

 

Jg. 5/6

Hilke Rosenboom: „Hund Müller“

Carlsen Verlag 2007 (7,95 Euro)

Helmut ist ein einsamer Junge, ein kleiner Außenseiter, sein Leben ist nicht sehrt spannend; bis er auf den Hund von Frau Pollermanns Sohn aufpassen soll. Denn dieser Hund ist ein Drogenspürhund (was Helmut allerdings nicht weiß). Und so kommen die beiden einem richtig großem Coup auf die Schliche und Helmut findet sogar Freunde.

Ein Kinderbuch, das sehr liebevoll und witzig die Erlebnisse von Helmut mit Hund Müller erzählt.

Uwe Timm: „Rennschwein Rudi Rüssel“

Dtv junior 1989 (5,95 Euro)

Zuppi gewinnt bei einem Ausflug aufs Land auf einer Tombola ein kleines Ferkel. Leider ist der Vermieter der Familie nicht erfreut von diesem neune Haustier und auch das Schwein Rudi hält sich nicht immer an die Regeln, die man ihm auferlegt.

So muss die Familie, da sie Rudi behalten will, aus dem Haus und zieht an den Rand eines Fußballfeldes, das der Vater als Platzwart pflegt und auf dem Rudi einfach Schwein sein kann. Doch dann entdeckt Rudi seine wahren Talente als Rennschwein und der Spaß geht erst richtig los.

Ein Kinderbuchklassiker, der humorvoll nicht nur die Jüngeren begeistern kann.

Deutscher Jugendliteraturpreis 1990

Cornelia Funke: „Herr der Diebe“

Cecilie Dressler Verlag 2000 (17,90 Euro geb. Ausgabe)

Die Brüder Prosper und Bo sollen nach dem Tod ihrer Mutter getrennt werden und Bo (Bonifazius) soll von nun an bei ihren verwandten, den Hartliebs, leben. Da die beiden das nicht hinnehmen wollen, reißen sie nach Venedig aus, dem Ort, von dem ihre Mutter immer so viel erzählt hatte.

Dort treffen sie auf die Bande von Scipio: Straßenkinder, die in einem alten Theater wohnen. Scipio versorgt die Kinder mit gestohlenen Wertgegenständen, die sie bei Ernesto Barbarossa in Geld umsetzen können. So wird Scipio der „Herr der Diebe“, bis herauskommt, dass er der Sohn eines reichen Geschäftsmannes ist und das Diebesgut nicht aus legendären Beutezügen stammt, sondern aus dem eigenen Elternhaus. zunächst scheint es mit der Freundschaft aus, bis die Bande den Auftrag erhält, einen Flügel zu stehlen.

Der Flügel gehört zu einem Karussell, das die Macht hat, den Alterungsprozess zu beschleunigen oder rückgängig zu machen. Und schon stolpern die Freunde mit diesem Diebstahl in ein Abenteuer, das magisch wird.

Das Kinderbuch von C. Funke lässt der Fantasie Flügel wachsen und überzeugt durch seine Vielschichtigkeit der Themen von Freundschaft bis Sehnsucht, von Abenteuer bis Zuversicht.

Max von der Grün: „Vorstadtkrokodile- eine Geschichte vom Aufpassen“

Omnibus Verlag 1976 (5,95 Euro)

Die „Krokodiler“ sind enge Freunde und Kurt schätzt sich glücklich, dass er trotz Rollstuhl mit dazu gehört.

Weil er aber nicht immer so mobil ist, wie die anderen Krokodiler, beobachtet er viel. Denn er wird Zeuge eines Diebstahls und er kann mit Hilfe der anderen die Diebe entlarven und dingfest machen.

Der Kinderbuchklassiker erzählt anschaulich von Freundschaft, Abenteuer und der Behinderung Kurts.

außerdem für 5./6. Klasse:

Erich Kästner: „Das fliegende Klassenzimmer“ / „Emil und die Detektive“

Astrid Lindgren „Die Brüder Löwenherz“/ „Ronja Räubertochter“

Cornelia Funke: „Weg von Mississippi“ (Dressler Verlag 2007)

Elisabeth Zöller: „Und wenn ich zurückhaue?“ (Thiemann 1994)

Jg. 7/8

Nasrin Siege: „Juma – ein Straßenkind aus Tansania“

Beltz und Gelberg 1998, (5,90 Euro)

Nach dem Tod seiner Mutter reißt Juma von Zuhause aus und flieht nach Dar es Salaam, Tansansias Hauptstadt. Dort muss er sich auf der Straße und gegen die Gefahren dort bewähren, will er nicht untergehen. Gut, dass er dabei nicht immer alleine ist und seine Freunde ihm das Leben erträglicher machen.

Dann hören die Jungen vom „Zentrum“, wo Straßenkinder Unterschlupf finden können. Zunächst reagieren sie misstrauisch, zu viel haben sie schon erlebt. Schließlich jedoch gewinnt die Neugier.

Die Sprache dieses Jugendbuches ist sehr einfach gehalten. Allerdings kann man das nicht von den angesprochenen Problemen sagen. N. Siege tabuisiert nichts, erwähnt behutsam (ohne zu detailliert zu werden) auch den sexuellen Missbrauch, dem die Straßenjungen ausgesetzt sind.

 

Dietlof Reiche: „Das Geisterschiff“

Dtv (Reihe Hanser) 2002 (7,50 Euro)

Vor der deutschen Nordseeküste taucht ein Schiff („Windbraut“) im Watt auf und mit ihm verschwindet die Flut. Der ganze Küstenort ist aus dem Häuschen und Lena hat das Gefühl, dass dieses merkwürdige Ereignis irgendetwas dem Restaurant ihres Vaters, dem Muschelsaal, zu tun hat. Gut, dass ihr Felix bei ihrer Recherche tatkräftig zur Seite steht. Und da gibt es noch diese seltsamen, nahezu geisterhaften Erlebnisse, die Lena immer tiefer hinein in die Geschichte und ein Verbrechen führen.

Schließlich jedoch können beide das Geheimnis lösen und die Windsbraut aus ihrer Gefangenschaft im Watt befreien, so dass auch die Flut wiederkommt.

„Dietlof Reiche macht Lust auf das dunkle, Abgründige, und verbindet Elemente der Jetztzeit und Vergangenheit zu einem höchst spannenden Abenteuer, das sich mit wohligem Schauer lesen lässt.“ FAZ

Cornelia Funke: „Tintenherz“ / „Tintenblut“ / „Tintentod“(Trilogie)

Dressler Verlag um 2007 (ab 9,95 Euro)

Teil 1: Ein unheimlicher Gast taucht nachts bei Meggie und ihrem Vater Mo auf. Er warnt Mo vor einem Mann namens Capricorn. Am nächsten Morgen reist Mo mit Meggie zu ihrer Tante Elinor und versteckt das Buch, um das sich alles dreht. Ein Buch, das Mo vor vielen Jahren gelesen hat und das jetzt in den Mittelpunkt eines unglaublichen, magischen und atemberaubenden Abenteuers rückt. Ein Abenteuer, in dessen Verlauf Meggie nicht nur das Geheimnis um Zauberzunge und Capricorn löst, sondern auch selbst in große Gefahr gerät.

Teil 2: Eigentlich könnte alles so friedlich sein. Doch der Zauber von "Tintenherz" lässt Meggie nicht los. Und eines Tages ist es so weit: Gemeinsam mit Farid geht Meggie in die Tintenwelt, denn sie will den Weglosen Wald sehen, den Speckfürsten, den Schönen Cosimo, den Schwarzen Prinzen und seine Bären. Sie möchte die Feen treffen und natürlich Fenoglio, der sie später zurückschreiben soll. Vor allem aber will sie Staubfinger warnen, denn auch der grausame Basta ist nicht weit...

Teil 3:Schatten über Ombra
Es sind erst wenige Wochen vergangen, seit die Weißen Frauen Staubfinger mit sich genommen haben. Meggie und ihre Eltern leben auf einem verlassenen Hof in den Hügeln östlich von Ombra. An diesem friedlichen Ort lässt sich fast vergessen, was auf der Nachtburg geschehen ist. Doch in der Dunkelheit, wenn Meggie am Fenster steht und auf Farid wartet, hört sie den Eichelhäher schreien. Und dann verschwindet ihr Vater mit dem Schwarzen Prinzen und dem Starken Mann im Wald, denn es muss alles getan werden, damit die Schatten über Ombra weichen ...

Cornelia Funkes Tintenwelt -Trilogie wurde zum Weltbestseller, vielfach preisgekrönt und für das Kino verfilmt.

 

Hans Magnus Enzensberger: „Wo warst du, Robert?“

Dtv (Reihe Hanser) 1998 (8,50 Euro)

Robert will seine Zeit eigentlich nur mit Fernsehn verbringen. Jedoch verschwindet er auf einmal und niemand bemerkt es, nicht einmal seine Mutter. Er geht auf eine Zeitreise mit sieben Stationen, die ihn an verschiedene historische Ereignisse führt und die ihn die Geschichte neu verstehen lehrt.

Dieser Roman ist vor allem für wissensdurstige Leser geeignet, die sich entweder bereits in geschichtlichen Fakten auskennen oder von dem Roman anstecken lassen, selbst den einzelnen Stationen Roberts in Geschichtsbüchern mund anderen Quellen nachzuspüren.

 

Andreas Schlüter: „Level 4 – Stadt der Kinder“

Dtv-junior 1994 (8,- Euro)

Ben liebt Computerspiele über alles, besonders seine Neuerwerbung „Stadt der Kinder“. Doch irgendetwas läuft schief nach Level 4. Die virtuelle Welt wird Realität und was zunächst als Kinderparadies aussieht – eine Welt ohne Erwachsene und Regeln – wird allmählich zum Alptraum. So müssen Ben und seine Freunde alles daran setzen, die Wirklichkeit mit Erwachsenen wieder herzustellen.

 

Dieser Roman ist sicherlich sowohl sprachlich als auch inhaltlich auch schon für Jüngere geeignet, wäre aber auch empfehlenswert für lesefaule/-müde Jugendliche, um den Wiedereinstieg zu finden.

Lutz van Dijk: „Themba“

Cbj-Verlag 2006 (6,95 Euro)

Seit seiner Kindheit ist Themba begeisterter Fußballer und er schafft es sogar bis auf die Ersatzbank der südafrikanischen Nationalelf. Doch der Weg bis dahin ist nicht leicht. Sein Vater verschwindet spurlos, seine Mutter ist auf den „Onkel“ angewiesen, um Themba und seine Schwester durchzubringen. Wie so viele in Afrika erkrankt sie an AIDS, als sie ungeschützt mit dem „Onkel“ schläft. Und auch Themba wird von dem vermeintlichen Helfer in der Not missbraucht. Die Flucht nach Kapstadt bedeutet ein Leben im Ghetto und in Armut, das man sich in Europa nicht vorstellen kann.

Thembas sportlicher Aufstieg ist dabei ein getrübter Sieg gegen die Hoffnungslosigkeit.

Van Dijk stellt anschaulich das Los vieler Afrikaner dar und lässt unsere eigene Lebensweise vor dem Hintergrund dieser Not neu überdenken. Da die Schwierigkeiten (wie der sexuelle Missbrauch) detailgenauer als bei Siege („Juma“) dargestellt wird (ohne allzu plastisch zu werden), sollte der Roman eher von 8klässlern oder älteren Schüler und Schülerinnen/innen gelesen werden und u. U. eine Thematisierung in der Familie erfolgen.

 

außerdem für 7./8. Klasse:

„Das Tagebuch der Anne Frank“ (Fischer 1949)

Klaus Kordon: „Die Einbahnstraße“ ( Ravensburger 1979)

Willi Fährmann „Es geschah im Nachbarhaus“ (Arena 1974)

9./10. Jg.:

Andreas Steinhöfel: „Die Mitte der Welt“

Piper 1998 (ab 8,95 Euro)

Was immer ein normales Leben auch sein mag - der 17-jährige Phil hat es nie kennengelernt. Denn so ungewöhnlich wie das alte Haus, in dem er lebt, so ungewöhnlich sind auch die Menschen, die dort ein- und ausgehen: seine chaotische Mutter Glass, seine verschlossene Zwillingsschwester Dianne. Und dann ist da noch Nicholas, der Unerreichbare, in den Phil sich unsterblich verliebt hat.

Ausgezeichnet mit dem Jugendbuchpreis Buxtehuder Bulle 1998 und der IBBY Ehrenliste 2000.

 
© 2007-2018 Antoniuskolleg Neunkirchen, gymnasium@antoniuskolleg.de
Von: http://content.antoniuskolleg.de/cms/unterricht/Deutsch/index.php